Dekonstruktive Kritik


[TEXT]Herzlich und persönlich den Vaterländern
11. September 2009, 9:07
Einsortiert unter: Wirre Ideen

Vorspiel: Seit langer Zeit nun auch wieder ein Text von mir, ein Wildwuchs, eine Art Kreuzung aus Plädoyer und Satire, wie sie mir in letzter Zeit des öfteren herausrutschen. Dieser ist entstanden unter dem Eindruck der höchst kafkaesken Grenzpolitik bei der Heimreise aus dem Urlaub. Es braucht eben nicht viel, um seine Perspektive zu schärfen. Vielleicht regt der Text ja jemanden an oder auf.

Vaterlandsloser GesellOut

Ich kann unmöglich Vaterlandsverat begehen, denn mein Herz gehört meinen Mutterstaaten Pangea und Utopia. Diese beiden verdenken mir nichts und keinerlei, sie lieben bedingungslos und nehmen jedeN auf. Das soll nun keine Werbung sondern – viel ehrlicher – ungeschminkte Propaganda. Denn, wie Gandhi einen friedlichen, unbewaffneten Krieg erklärte, so will ich eine ehrliche, pazifistische Propaganda forcieren!

(weiterlesen…)



Grabsteine
11. September 2009, 8:14
Einsortiert unter: Wirre Ideen

Als ich vor nicht allzu langer Zeit¹ einen Artikel las, wonach 95% aller Blog Online-Müll wären, freute ich mich erst einmal endlich Teil einer Bewegung zu sein (wie das bei uns Gebrandmarkten der  Hamburger Schule heißt). Andererseits fragte ich mich, ob durch Digitalschrott die unendlichen Weiten des Internets nicht bald den recht enden wollenden Weiten der Erdumlaufbahn gleichen werden; außerdem fragte ich mich, wie wohl Technologien wie das Internet das menschliche Gefühl von Vergänglichkeit verändern werden.

Heute kam mir eine Antwort und sie soll ruhig “hier draußen” im Internet warten, bis ich oder jemand anders sie brauchen kann. Inspiriert von einem XKCD-Comicstrip hätte ich gern als Grabstein einen LCD-Monitor mit wechselnden Aufschriften, als da wären:

  • “Sie sind der 1.000.000. Besucher dieses Grabes! Hier graben, um Goldschatz zu finden!” (rot umrahmt und blinkend)
  • Zufallsgenerierte Anzeigen aus dem Bereich Geburt, Spielsachen und Tod
  • Ein ELIZA ähnliches Chatprogramm

So, nun heißt es nur noch abwarten und trinken. Ich hoffe, es ist jemandem geholfen.

¹”vor nicht allzu langer Zeit” natürlich gemessen an meinem eigenen sehr unregelmäßigen Rhythmus, sofern ich das so schimpfen darf



Totschweigen
19. März 2009, 2:04
Einsortiert unter: Wirre Ideen

Nach den Ferien und dem Wahnsinn des Wiederanfangs hätte ich beinahe die Dekonstruktive Kritik vor lauter Unregelmäßigkeit totgeschwiegen. Da ich aber zumindest die 100 Einträge noch erreichen möchte, bevor ich sprunghaft launisch wieder einmal ein Projekt zu Tode schweigen, nicht-schreiben oder sonstwie nicht-erfüllen kann, noch ein paar Gedanken, passend zur, in diesen Zeilen ausgerufenen, Themenwoche “Totschweigen”.

Die AKM, sowie die Austromechana haben sich als erste Teilnehmer dankenswerterweise bereit erklärt, bei der Themenwoche mitzumachen und mir deshalb keine Antwort auf meine, auch hier in der Dekonstruktiven Kritik veröffentlichten, Fragen zu ihren Positionen geschickt. Ist wahrscheinlich auch das beste sich nicht mit Kritik auseinanderzusetzen, sich einzuigeln und keinerlei Fortschritt an sich heranzulassen. </sarcasm> //Ich hoffe die Sarkasmusprogrammierung funktioniert, da habe ich doch tatsächlich die erste Klammer vergessen…

So gern ich mich gewissen Hypes – der natürliche Feind des Totschweigens – auch verschließe, aber auf “Der Knochenmann” (siehe auch den Trailer) und Soap and Skin kann ich ruhigen Gewissens kurz hinweisen und mit dem Etikett “Sehr zu empfehlen” versehen.

Zu guter Letzt will ich die Sektion “Webcomics” noch mit einem Beitrag zu “Totschweigen” im doppelten Sinn wiederbeleben. Orneryboy ist ein Comic rund um den titelgebenden Misanthropen, seine grundverschiede Freundin Dirtygirl und deren Hauszombie Brian. Nach so einigen Folgen, die manchmal nicht nur sehr lustig im Sinne des selbsterklärten “war on happiness”, sondern auch dank Flash visuell beeindruckend oder irgendwie neu aussahen, gab es dann lange Stille; totschweigen eben. Jetzt wird seit kurzem aber “Orneryboy” wieder aktualisiert und auch, wenn es nicht thematisch passen würde, dann ist der Comic klar eine Empfehlung für alle Zyniker, Sarkastiker und Menschen mit galligem Humor.



Einige Fragen zum Urheberrecht an die AKM und Austromechana
31. Januar 2009, 5:07
Einsortiert unter: Wirre Ideen

Das folgende Email habe ich gerade an die AKM und mit veränderten Referenzen an die Austromechana geschickt (die Entsprechung der deutschen GEMA), nun heißt es abwarten und Tee trinken. Das ist einmal wieder eine Nachricht auf deren Anwort ich sehr gespannt bin, gemäß dem Motto “Let’s see who’s side you’re on” – vielleicht finden sich Interessierte, die das ebenso empfinden (Google hat übrigens entschieden, dass sowohl Austromechana und GEMA auf der dark side of the Internet sind – zum Beweis: Austromechana | GEMA).
Außerdem kommen auch noch einige fällige Empfehlungen – etwa Johannes Kreidler – darin vor und ich habe meine Anspielungen und Hinweise nachträglich gerade noch verlinkt.

Sehr geehrte Damen und Herren der AKM,

ich bin ein Liebhaber der von Ihnen in Österreich vertretenen Kulturgüter (Audio-)Literatur und Musik und habe aus diesem Grund einige grundlegende Fragen an Sie, die mich im Zusammenhang mit Ihrer Funktion und der Ihrer Schwestergesellschaft Austromechana interessieren.

Sie, sowie Ihre Schwestergesellschaft Austromechana, scheinen mir in Ihrer Funktion und Ihren Ansichten stark der deutschen GEMA zu ähneln, mit der Sie ja auch einen Gegenseitigkeitsvertrag abgeschlossen haben. So betonen auch Sie etwa ausdrücklich, dass die “generelle Freiheit, einige Takte bzw. eine bestimmte Sekundenanzahl eines geschützten fremden Musikwerkes frei verwenden zu können” nicht der rechtlichen Situation entspricht (Zitat Ihr Internetauftritt). Da eine solche Auffassung allerdings für eine ganze Generation jüngerer Künstler, von DJs und Musikern die mit Samples arbeiten, bis zu Video-Mash-Up-Künstlern und VJs hinderlich oder im schlimmsten Falle kriminalisierend wirken kann, einige Fragen zu dieser Problematik:

1) Der deutsche Komponist Johannes Kreidler hat Ende des letzten Jahres mit seiner Aktion “Product Placements” (http://www.kreidler-net.de/productplacements.html) auf die Schwäche des restriktiven Zitatsystems für Kulturschaffende und deren Vertreter – also auch Sie – aufmerksam gemacht, indem er in einem 33 Sekunden langen Stück 70200 Fremdzitate verwendete. Obgleich das absurd wirkt hat Kreidler damit nur nach dem Willen des Gesetzes und einer Vertretung wie der Ihrigen gehandelt und wurde, spät aber doch, dafür auch noch von der GEMA gelobt. Ich denke das der Fall eindrücklich illustriert, das die extreme Position selbst Tonpartikel nachzuverfolgen, bzw. zu schützen für alle Seiten im 21. Jahrhundert absurde Folgen hat, bzw. haben kann. Ist nun Ihre Position zum Thema Zitate tatsächlich so unverrückbar, bzw. wie würden Sie auf einen Fall wie Herrn Kreidlers reagieren?
(Falls Ihnen dieser Fall zu künstlich erscheint, mache ich Sie darauf aufmerksam, dass auch populäre “gewöhnliche” Künstler ohne provokative Intention, wie beispielsweise der Musiker “Girl Talk” – http://www.myspace.com/girltalkmusic – oder die Formation “Negativland” – http://www.negativland.com – mit Ihrer Technik und Ihrer Anzahl an Zitaten dieses System ad absurdum führen könnten.)

2) Wenn sie betonen, dass auch “wenige Takte, bzw. eine bestimmte Sekundenanzahl eines geschützten fremden Musikwerkes” nicht frei verwendbar, bzw. kopier- und veränderbar sind, dann muss Ihnen doch bewusst sein, dass dieses selbe Modell auf Literatur übertragen diese E-Mail oder Ihre (hoffentliche) Antwort kriminalisiert, da ich (und auch Sie) offensichtlich kleinste Teile eines geschützten fremden Literaturwerkes (Buchstaben, Wörter, Phrasen, je nach Abstraktion) verwenden und dafür keinerlei Genehmigung von Ihnen oder Ihrer Schwestergesellschaft eingeholt habe. Sprache, Schrift, Musik und alle anderen Formen des künstlerischen Ausdrucks sind lediglich Medien, die alle auch für Kunst verwendet werden können. Warum aber verteidigen Sie die Musik oder den Film gegenüber Schrift und Sprache? Weshalb wäre es strafbar, hätte ich die Worte dieser Email als Soundcollage aus fremden Werken an sie geschickt, wo sie doch den selben Inhalt wiedergäbe?

(weiterlesen…)



[FILM]Survive Style 5+
15. Januar 2009, 4:22
Einsortiert unter: Wirre Ideen

Bei “Survive Style 5+” war mir schon nach der ersten Viertelstunde klar, dass der Film eine klare Empfehlung ist. Schon zu Beginn stechen einem nämlich die herrlich schrägen Kullissen, eine Augenkrebs-Ästhetik, wie von einem verkitschtem, bunt zusammengewürfelten Puppenhaus – samt rosa Flugzeuginnerem! – ins Auge. Als dann auch noch der Killer literweise Milch trinkt – siehe Léon – und sich nach Vinnie Jones’ Auftritt – siehe Guy Ritchie – die Ereignisse in den fünf-und-ein-paar-kleineren Geschichten überschlagen, war ich bereits gewonnen. Daran war nicht zuletzt die Musik schuld, vor allem die Sequenz, als eine brave japanische Mittelklassefamilie auf dem Weg zu einer schicksalsträchtigen Hypnoseshow wirkt, als würde sie mit dem Text nicht ganz mitkommen – schon wieder das Gefühl, als hatte ich das schon gesehen. Außerdem die dauernden Werbekonzeptionen, die alle katastrophal daneben gehen, weil die Werbetexterin einen gestörten Sinn für Humor und Kichern hat, der Simultanübersetzer, der mit dürftigem Englisch, aber ordentlichem Körpereinsatz und einem Killer an der Seite sich selbst zu verwirklichen scheint und die dilletantische Einbrechertruppe und das Auto, das zum Haus passt und – eine Empfehlung eben!

1. Ein (japanischer) “Survive Style 5+”-Trailer
2.
“Survive Style 5+” in der IMDB
3. “Survive Style 5+” bei Amazon
4. “‘Survive Style 5+” bei GoogleVideo



[REZEPT]Treats
25. November 2008, 11:10
Einsortiert unter: Wirre Ideen

[DEUTSCH]Nach längerer Abwesenheit ein ungewöhnlicher Neuzugang angesichts des Blogformats für Empfehlungen, Hirnwixereien und Wirrungen: ein Rezept. Wunderbare irische Treats sind leicht verändert über Kanada zu mir gekommen und gemäß der Creative-Commons-Idee hinter der “Dekonstruktiven Kritik” und in meiner Funktion als ein Gründer der Internationalen Schokoladen Revolutionsarmee hier das Rezept neu zusammengefasst. Die Treats verdanke ich eigentlich einer irischen Frau aus Doolin, die nur “Chocolate godess” betitelt wurde und dann von der zauberhaften Rebecca aus Kanada nachgekocht und betitelt wurde. Deshalb, und um die Treats auch ordentlich teilen und weiterversenden zu können – erste Abnehmer sind bereits gefunden – der gesamte Post auch in Englisch. In jedem Fall: enjoy!

Die absolut orgasmischen betäubenden Muffin-Trüffel-Dingensen

100g dunkle Schokolade, je dunkler, desto besser (oder mehr!)
125ml Butter
50ml Schlagobers (=Sahne)
400ml Zucker
2 Eier
1/2 EL Salz
3 EL glattes Mehl
Chocolate Chips oder Nüsse (soviel richtig scheinen)
Heizt den Ofen auf 180 Grad Celsius vor
Schmelzt die Butter und die Schokolade gemeinsam und fügt das Obers (=die Sahne) hinzu, sobald der Ofen abgeschalten ist.
Lasst es für kurze Zeit auskühlen.
Dann schlagt die Eier in einer Schüssel, bis sie schaumig sind und mixt den Zucker und das Salz ein.
Fügt die Schokoladenmixtur und das Mehl hinzu und mixt, bis alles eine gleichmäßige Konsistenz und Farbe hat.
Rührt Chocolate Chips (oder Nüsse) ein.
Rührt den Teig in gut eingefettete Muffin-Formen oder bildet Formen mit Backpapier.
Backt das Ganze für 15 bis 20 Minuten.

[ENGLISCH]After a longer absence this an unusual post considering the idea of the blog for brainfuck, errors and recommendations: a recipe. Slightly modified I got wonderful Irish treats via Canada and according to the Creative-Commons-idea behind “Deconstructive criticism” and as one of the founders of the International Chocolate Revolution Army this is their recipe summarized newly. I owe the treats to an Irish woman from Doolin who was only titled “Chocolate godess” und to charming Rebecca from Canada who re-cooked (all hail to reverse engeneering!) and named them. For that reason and to make sharing easier (obviously) the whole post in English as well as in German. Anyways: enjoy!

The Absolutly Orgasmic Nummy Muffin Truffle Thingys

100g of Dark Chocolate, the darker the better (or more!)
125ml of Butter
50ml of Cream
400ml Sugar
2 Eggs
1/2 tbs Salt
3 tbs Flour
Chocolate Chips or Nuts (as much as seems right)
Preheat oven to 350 Fahrenheit (which are about 180 degrees of Celsius or about 453 Kelvin just in case anybody out there has a Kelvin oven)
Melt butter and chocolate together and add the cream once the stove is turned off.
Let cool for a little bit.
Then in a bowl beat the eggs until foamy, then mix in sugar, and salt.
Add chocolate mixture, then fold in flour until the mixture reaches an even consistancy and color.
Stir in chocolate chips (or nuts).
Pour into well greased small muffin molds or line the molds with paper forms.
Bake for 15 to 20min.



Who’s nailin Paylin?
4. November 2008, 1:04
Einsortiert unter: Wirre Ideen

“And then I’m gonna spoil it all…”

Eigentlich ist bereits gesagt, nur eben nicht von allen, wie es der gute Karl Valentin so treffend formuliert hat, deshalb hier auch noch ein paar verlorene oder verschwendete Worte zu Sarah Palin. Ganz subjektiv und offensichtlich der stumpfsinnigen Frau feindlich gesinnt.

Wenn eine Frau, die sich so herzlich (und genial) via Telefon verarschen lässt, mit kreationistischen Theorien auftrumpft und brav die Slogans von Enthaltsamkeit und Schnellfeuerwaffen verbreitet, dann wünsche ich John McCain ganz intensiv ein langes Leben.

Denn irgendwie kann ich nicht glauben, dass sie eine gute Vize-Präsidentin, geschweige denn eine gute Präsidentin abgeben würde. Trotz der guten Tipps der “Titanic”, trotz des grandios parodierten Sex-Appeals (Hustler sei Dank) und trotz des passenden Soundtracks von Serj Tankian. Schlicht und einfach, weil die Frau nebst den Einwänden, die man gegen ihre politische oder ihre (doppel)moralische Haltung einwenden kann nur ein gut trainierter Papagei mit hübschem Äußeren – angeblich jedenfalls – ist, wie es John Cleese so grandios in seinem Blog zusammengefasst hat.

Da das gesagt ist, auf die einzelnen, genialen Beiträge hingewiesen wurde und Sarah Palin hoffentlich mit wehenden Fahnen untergeht, Schluss mit der Thematik.

“…by saying something stupid”"



Alles was es zu sagen gilt
21. Oktober 2008, 12:04
Einsortiert unter: Digitales Treibgut, Mediales Allerlei, Wirre Ideen

1) Seht, staunt, bewundert und macht mit im “Fail Blog”, als Prosit und Homage auf die menschliche Dummheit in all ihren vielfältigen Facetten (siehe dazu auch die “Darwin Awards” – in Theorie und “Praxis” -, die “Stella Awards” – wiederum auf Wikipedia und tatsächlich).

2) Nachdem dieser Blog meine Webcomic-Favoriten (meist) alphabetisch ab”arbeitet” gilt es außerdem nun zu sagen, dass “Dork Tower”, möglicherweise einer DER Klassiker jeglicher Comicunterhaltung abseits von Tageszeitungen, immer wieder genial von Rollenspielern, Ladenbesitzern, Nerds, Geeks, Dorks und anderen geistig alternierenden Persönlichkeiten berichtet, dabei immer wieder erstaunlich nahe an meiner Realität liegt und das alles mit einem bezaubernden Witz rund um lustige Charaktere samt Bisamratten-Charakter.

3) Blog-Einträge sollten immer noch nicht müde begonnen werden (siehe dazu Agrypnie) und wenn schon, dann rate ich zu Feists “Mushaboom” (gemeinsam mit “1, 2,3, 4 auch auf YouTube nachhörbar),”El Mañana” von den Gorillaz (mitsamt Video) und “Knekker Deg Til Sist” (das sich selbstverständlich auch findet) – letzteres schon wenig der Sprachmelodie des Titels. Nur so als Anregung.

4) Wer aufgrund des anfänglich autoritären Stils und dem Link-Wahnsinn noch nicht ausgestiegen ist, kann sich ja auch noch dem wunderbaren “Willkommen Österreich” im Netz widmen, bösartige Charakterzüge sind allerdings zu empfehlen, die Herren Sterne- und Grinsemann machen gute Arbeit.

5) Die Schokoladen-Revolution ist und bleibt mir natürlich ein Anliegen, gerade in wirtschaftlich wunderlichen Zeiten bleibt der Endorphinhaushalt beim Proletarier oft auf der Strecke. Es gilt: bildet Banden, gründet Schokoladenförderkreise!¹

6) Der Mailing-Link im vorherigen Post ist ausgebessert und es würde mich freuen, wenn jemand den Menschen tatsächlich auf die Nerven gehen würde.

7) En avant DADA, respektive siehe 3).



Ventil: Blog
15. Oktober 2008, 2:02
Einsortiert unter: Wirre Ideen

Nach längerer Abwesenheit und einer erfreulich verwunderlichen Lesertreue nehme ich ausnahmsweise die in den – aus aktuellem Anlass marginal aktualisierten -  Vorwörtern geäußerte Intention der textuell geäußerten Eigenurintherapie beiseite, sondern werde als Dankeschön und Teaser für kommende Einträge kurz etwas Galle und Aktualisierung los.

1. Vorspiel: Mein scheinbar recht populärer Artikel zu möglicherweise kommenden Facetten von Digitalvoyeurismus bekommt eine neue Dimenson aus der jugendfreien Ecke. Nebst Nacktscannern, Geolokalisierungen und ähnlichem Humbug diverser Ausbeuterfirmen mit tollen Werbungssendezeiten die Innovation am Markt für den gläsernen Menschen:

Die von mir innigst verachtete Firma “123people” bietet mit ihrem “Service” die Möglichkeit unter der Eingabe von Vor- und Nachnamen sämtliche “öffentlich verfügbaren Daten” einer beliebigen Person zu summieren. Bilder, pdfs, E-Mail-Adressen (!), Telefonnummern (samt Adresse in Österreich!), ICQ-Accounts und ähnliches findet sich schön gesammelt und aufgelistet. Die Quote der tatsächlich zur jeweiligen Person gehörenden Information ist derzeit glücklicherweise noch vergleichsweise niedrig, nichtsdestotrotz wissen die sich die findigen “Menschen” von 123bigbrother zu helfen.
Zuerst einmal entfernen sie einen nicht einfach aus dem System, wenn man ihnen ausführlich schildert, dass man SEINE EIGENEN Daten eigentlich nicht schön zusammengesammelt vorfinden möchte. Stattdessen ist die Antwort eine Massen-E-Mail, wie sie Kettenmail-VersenderInnen vor Scham erröten lassen würde. Seine Daten wie suggeriert einfach von den untersuchten Teilseiten zu entfernen hilft auch nicht – zum Glück bieten die braven fleißigen Menschen von 123bigbrother auch gleich Hilfe an. Unter ihren Anzeigen findet sich der Banner zu einem Service namens “Reputation Defender”, der einem hilft unseriösen Müll oder Diffamierendes aus dem Netz zu holen.
Für dieses geniale komplexe Doppelspiel (samt passender Moral), das grandiose Geschäftskonzept und die Resistenz gegen Widerstand möchte ich die Firma höchstselbst für den famosen “Big Brother Award” vorschlagen und jedem Leser, den dies auch nur ein wenig stört den Leuten von 123 ganz herzlich auf die Nerven zu gehen und zwar einfach mit einem Klick hier.

A. Die “Big Brother Awards” International
B. Die “Big Brother Awards” Österreich

2. Um sich dann aber doch wieder irgendwie zu entspannen und den Teaser-Aspekt auch noch herauszuarbeiten, das sind die Empfehlungen vom Schrottplatz des akkustischen Allerleis:
A. Tori Amos – “Precious Things”
B. Einstürzende Neubauten – “Feurio!”
C. Jan Delay und Disko Nr. 1 – “Kirchturmkandidaten”

3. Vom Fachmann für Kenner: beginnt keine Blog-Einträge, wenn ihr schon vorher richtig müde seit – die Resultate sind hier kurz zusammengefasst.



NIHIL
30. September 2008, 12:51
Einsortiert unter: Wirre Ideen

(Anlicken für größere Version)NIHIL
She said my scent changed according to my mood. I wonder what I smell like right now. Either I emmit the slight wooden perfume of a coffin or nothing at all. Nihil. There is nothing but my feelings, my fist cramped, the fingernails buried in my palm.

She did not believe in a deus ex machina either. I wonder what she feels like right now. Nihil. Nothing but a memory every tear, her face all red and swollen buried in her hands.

She said she did not mind the rain either, this is how we met. I wonder where the rain is right now, soaking me, washing everything off as far down as it could reach. Nihil. There is nothing but memories at the end of this life, butterflies buried in my head.

Nihil. There is nothing but this moment, buried by the next one.




Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.