Wem meine Anfrage zu sperrig, lang oder unpassend für den Blog und sein Motto ist, oder wer ganz einfach nicht genug Langeweile für Rechliches aufbringen kann, den will ich nicht einfach in die Kälte des Internets vergraulen, sondern mit dankbaren Links zurücklassen:
1. Das Monument der Dritten Internationale 0 10 oder der Tatlin-Turm war ein größenwahnsinnig-geniales Projekt, dass selbst Architekturunbegabte wie mich fesselt und das ich heute nur allzugern einmal sehen würde. Wikipedia sei Dank – wie immer – hab’ ich es jetzt auch wiedergefunden.
2. Auf Improv Everywhere hätte ich schon längst hinweisen sollen, haben die genialen Damen und Herren, die Musicals in Einkaufszentren aufführen, einen riesigen “Freeze” in U-Bahn-Stationen vollführen oder Jahr für Jahr ohne Hosen in U-Bahnen herumfahren mich doch noch jedesmal zum Lachen und Staunen gebraucht. Schande über mich für die Verspätung!
3. Questionable Content ist ein Webcomic rund um einen 20-something Nerd, seine Freunde und vor allem Freundinnen, die immer wieder schmerzhaft anschaulich den ganz normalen Wahnsinn von (geekigen) Beziehungsgeschichten zeigen, zwischendurch Wortwitze reißen oder einfach nur mit ihren humanoiden PCs, bzw. Gadgets streiten. Der Comic wird laufend aktualisiert, ist immer wieder für Überraschungen gut und hat sich noch nicht zu blöden Wendungen hinreißen lassen – eine Empfehlung.
Als Abgesang auf den erbärmlichen Rest der genialen, revolutionären Idee “Hip Hop” zwei Videos, die etwaiges, bereits abgelagertes Keks-Fett mit gezielten Lachkrämpfen wieder vertreiben. Schönen Dank auch an Benji, der mir gestern Nachts “Show me your genitals” empfohlen hat und mir so einen Ohrwurm als parasitären Mitbewohner beschafft hat.
(“Show me your genitals” hat übrigens auch eine Fortsetzung.)
Einsortiert unter: Digitales Treibgut
A “Legal Threats” marks the spot! Die höchst unterhaltsamen Geheimnisse der Pirate Bay liegen unter den knochigen Justiz-Überresten einiger Digitaldinosaurier bei den Klagedrohungen gut vergraben, können sich aber auszugsweise durchaus mit anderen amüsanten Geheimnissen diverser Piraten (im Bild rechts bekanntermaßen? Guybrush Threepwood) messen. Ich rate besonders Digitalpiraten und Sympathisanten zu den Emails von Apple, EA, Sega und ähnlichen, in denen konsequent die Vertraulichkeit von Dokumenten, die Idee von international einklagbarem US-Recht und das ständig besoffene Jus-Rückgrat der Pirate Bay zerlegt werden.
(Bildquelle: Amazon.com)
Nach längerer Zeit der untertitelgebenden Abwesenheit möchte ich mit drei einfachen Bildern (die über BoingBoing, Failblog und DemotivateUs zugeschwemmt wurden) den Eindruck bekämpfen ich wäre mit meinem Treats-Rezept dem Weihnachtswahnsinn verfallen.
Selbst wenn ich an die Ursprungsgeschichte von Weihnachten nicht glaube und es mittlerweile Jahr für Jahr eher mit Wein-Nachten halte, so finde ich es doch ekelerregend, wie ein gutgemeintes Fest pervertiert wurde. Da ich gleichermaßen nicht an die große gesellschaftliche Rückbesinnung glaube, im Weiteren ohne große Worte:
(Ein Klick auf die Bilder führt zu den Quellen, zum dritten Bild – einer Illustration aus dem Buch Elektroschutz in 132 Bildern – sei Bre Pettis und dem ursprüchglichen Zeichner gedankt)
Für Menschen wie mich, die sich selbst durch wenig Planung, immer wieder selbst disqualifizieren – indem sie etwa den Großteil des großartig besetzten Elevate-Festivals (samt der grandiosen und frei verfügbaren Doku “Good Copy Bad Copy”) verpassen – liegt das Heil im gelegentlich recht anstregenden Alltag meist in spontanen Glücksgriffen.
Als ich etwa beschloss auf das Konzert von Gustav wusste ich nicht viel mehr, als den Titel ihres Albums, dass sie den FM4-Protestsongcontest gewonnen hatte und “Neulich im Kanal” ziemlich gut war (und ist). Das die gute Frau (samt Zweimann-Band) live aber ein Erlebnis sondergleichen ist, Rage Against The Machine (“Sleep Now in the Fire”) wie niemand sonst interpretiert und eines der besten Konzerte seit längerer Zeit abliefert war glücklicher Zufall.
Auch, dass es ohne aktuelle Hardware oder Window$ möglich ist, Fallout ganz neue Seiten (hier im wahrsten Sinne des Wortes) abzugewinnen hat mich positiv erstaunt. Ganz ohne unmenschliches Google-Fu, Peer2Peer-Netzwerke oder russische Cracker-Seiten mit “stimulierenden” Werbebannern findet sich das Fallout Pen and Paper-Rollenspiel (als pdf), nebst weiterentwickelnder Community.
Zu guter Letzt ist Glück oft erst hinterher fassbar – etwa, wenn sich die Prophezeiung, dass “bösartige Charakterzüge” für “Willkommen Österreich” zu empfehlen seien, weil “die Herren Sterne- und Grinsemann (…) gute Arbeit” leisten, voll und ganz bewahrheitet und das auch noch von multimedialem Feedback unterstützt (1, 2, 3).
Herzlichen Dank an alle Verantwortlichen des ORF, die Autoren und selbstverständlich den Herren Stermann und Grissemann für diese sensationelle Satire, die man sonst in der Unverschämtheit nur von der Titanic kennt. Endlich nicht mehr nach Deutschland schielen, endlich ein Todesstoß für all den Pathos und die Zurückhaltung – diese Folge “Willkommen Österreich” übertrifft sich nur selbst. Hier wurde endlich ein Beitrag geleistet Satire mit entlarvender Schonungslosigkeit zu betreiben, die Kurt Tucholsky im vielbesungenen Essay “Was darf Satire” als “blutreinigend” bezeichnet hat – “und wer gesundes Blut hat, der hat auch einen reinen Teint.”
1) Seht, staunt, bewundert und macht mit im “Fail Blog”, als Prosit und Homage auf die menschliche Dummheit in all ihren vielfältigen Facetten (siehe dazu auch die “Darwin Awards” – in Theorie und “Praxis” -, die “Stella Awards” – wiederum auf Wikipedia und tatsächlich).
2) Nachdem dieser Blog meine Webcomic-Favoriten (meist) alphabetisch ab”arbeitet” gilt es außerdem nun zu sagen, dass “Dork Tower”, möglicherweise einer DER Klassiker jeglicher Comicunterhaltung abseits von Tageszeitungen, immer wieder genial von Rollenspielern, Ladenbesitzern, Nerds, Geeks, Dorks und anderen geistig alternierenden Persönlichkeiten berichtet, dabei immer wieder erstaunlich nahe an meiner Realität liegt und das alles mit einem bezaubernden Witz rund um lustige Charaktere samt Bisamratten-Charakter.
3) Blog-Einträge sollten immer noch nicht müde begonnen werden (siehe dazu Agrypnie) und wenn schon, dann rate ich zu Feists “Mushaboom” (gemeinsam mit “1, 2,3, 4 auch auf YouTube nachhörbar),”El Mañana” von den Gorillaz (mitsamt Video) und “Knekker Deg Til Sist” (das sich selbstverständlich auch findet) – letzteres schon wenig der Sprachmelodie des Titels. Nur so als Anregung.
4) Wer aufgrund des anfänglich autoritären Stils und dem Link-Wahnsinn noch nicht ausgestiegen ist, kann sich ja auch noch dem wunderbaren “Willkommen Österreich” im Netz widmen, bösartige Charakterzüge sind allerdings zu empfehlen, die Herren Sterne- und Grinsemann machen gute Arbeit.
5) Die Schokoladen-Revolution ist und bleibt mir natürlich ein Anliegen, gerade in wirtschaftlich wunderlichen Zeiten bleibt der Endorphinhaushalt beim Proletarier oft auf der Strecke. Es gilt: bildet Banden, gründet Schokoladenförderkreise!¹
6) Der Mailing-Link im vorherigen Post ist ausgebessert und es würde mich freuen, wenn jemand den Menschen tatsächlich auf die Nerven gehen würde.
7) En avant DADA, respektive siehe 3).
Nach einer Rundreise durch die Wikipedia, die die meisten wohl selbst von “ernsthafter Recherche” kennen stieß ich gerade auf einen längst überfälligen und von mir bahnbrechend spät entdeckten Stern am Himmel des Prämierungswahnsinns, den Ig-Nobelpreis. Diese goldene Himbeere der Forschung ist ein Preis für die überflüssigsten, unnötigsten Forschungen des Jahres und seine Preisträger sind wahrlich Pioniere in den geistigen Abgründen ihrer Bereiche. Als Empfehlung einige Zitate aus der Liste der Träger des Ig-Nobelpreises (samt Kurzvorstellung), die vor blankem Sarkasmus und Ironie – völlig zu Recht – nur so trieft und es wahrlich wert ist gelesen zu werden:
1992
- Literatur: Yuri Struchkow, unermüdlicher Autor vom Institut für organische Verbindungen in Moskau, für die 948 wissenschaftlichen Arbeiten, welche er von 1981 bis 1990 publiziert hat – im Durchschnitt eine alle 3,9 Tage.
- Kunst: Jim Knowlton, Mann der modernen Renaissance, für sein klassisches Anatomie-Poster „Penisse des Tierreiches“; und das US-National Endowment for the Arts für die Ermutigung Knowltons, seine Arbeit mit einem Aufklappbuch zu erweitern.
1993
- Literatur: E. Topol, R. Califf, F. Van de Werf, P. W. Armstrong und ihre 972 Co-Autoren, für das Veröffentlichen eines medizinischen Forschungspapiers welches hundertmal mehr Autoren als Seiten hat. Die Autoren sind aus folgenden Staaten: Australien, Belgien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Irland, Israel, Luxemburg, den Niederlanden, Neuseeland, Polen, Spanien, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten.
- Medizin: F. Nolan, Thomas J. Stillwell und John P. Sands, Jr., medizinische Männer der Gnade, für ihren sorgfältigen Forschungsreport, “Akutes Management von in Reißverschlüssen eingeklemmtem Penis.”
1994
- Medizin: Der Preis wird in zwei Teilen verliehen:
- Patient X, früheres Mitglied des US Marine Corps, ehrenwertes Opfer eines Bisses seiner Klapperschlange, für seine neuartige Behandlungsmethode: Autostarterkabel an den Lippen anschließen und den Automotor fünf Minuten lang bei 3000 U/min laufen lassen.
- Dr. Richard A. Gustafson des University of Arizona Health Sciences Center, für seine wohlbegründete Arbeit namens „Misslingen der Elektroschockbehandlung im Fall eines Klapperschlangenbisses“.
1995
- Literatur: David B. Busch und James R. Starling aus Madison (Wisconsin) für deren eindringlichen Bericht, „Fremdkörper im Rektum: Fallstudien und umfassender Überblick über die weltweite Literatur“. Der Anhang erwähnt, unter anderem: Sieben Glühbirnen; ein Messerschleifstein; zwei Blinklichter; eine Drahtfeder; eine Tabakdose; eine Ölkanne mit Kartoffelschäler; elf verschiedene Formen von Früchten, Gemüsen und anderen Nahrungsmitteln; eine Juwelier-Säge; einen gefrorenen Schweineschwanz, einen Zinnbecher, ein Bierglas und auch die bemerkenswerte Sammlung eines Patienten, welche aus einer Brille, einem Schlüssel, einem Tabakbeutel und einer Zeitschrift bestand. („Surgery“, September 1986, Seiten 512 bis 519).
- Psychologie: Shigeru Watanabe, Junko Sakamoto und Masumi Wakita der Keiō-Universität für deren Erfolg beim Trainieren von Tauben, so dass sie zwischen den Gemälden von Picasso und Monet unterscheiden können.
2006
- Medizin: Francis M. Fesmire von der University of Tennessee, College of Medicine, für seinen medizinischen Fallbericht „Beendigung von unbehandelbarem Schluckauf durch rektale Fingermassage“ [2]; und Majed Odeh, Harry Bassan und Arie Oliven vom Bnai Zion Medical Center, Haifa, Israel, für ihren nachfolgenden Fallbericht, ebenfalls mit dem Titel „Beendigung von unbehandelbarem Schluckauf durch rektale Fingermassage“. [3]
Jetzt also doch wieder nur ein Webcomic als Empfehlung. Eine unregelmäßige Änderung, die sehr stark mit meiner Motivation einhergeht gerade nicht Party zu machen, sondern mich um Internet um das Studium zu kümmern – oder so ähnlich.
Jedenfalls ist das “Heldentage”-Comic-Tagebuch von Flix eine Sammlung von ziemlich genialen Fragmenten und Ausschnitten aus dem Leben und dem Schädel des Zeichners, die einen mit (Meta-)Humor, Sarkasmus und Träumereien bei der Stange hält – mich zumindest. Viel Spaß um es kurz zu fassen, außer dem Zeichenstil und einigen handelnden Personen ändert sich ja doch laufend alles (siehe “(…)-Comic-Tagebuch (…)”).
1. “Heldentage”
2. Flix in der Wikipedia
3. Wenn schon unregelmäßig, dann aber richtig: hier mein derzeitiger Liebling
Der wunderbare BoingBoing-Blog hat mich wieder einmal auf einige Perlen vor den Säuen des Internets (die sich, sofern sie sich auf YouTube rumtreiben hiermit vertreiben lassen) hingewiesen, die ich begeistert weitergeben kann für die Gruppe der wenig- bis kaumabhängigen BoingBoing-Leser.
Konkret geht es dabei um die Seite des wunderbaren Stencil-/Street-Art-Künstler Banky, der mittlerweile seine witzigen und kritischen Bilder verkauft, nichtsdestrotz aber glücklicherweise noch auf den Straßen aktiv ist.
1. “Banksy”
2. “Banksy” in der Wikipedia
Außerdem fabriziert ein genialer Künstler namens Ricardo Salamanca mit Photoshop herrliche Bilder, die teils grotesk, teils mit nettem Humor ein klarer Tipp für die “Dekonstruktive Kritik” sind, auch weil teils die Entstehung veranschaulicht wird.
1. Ricardo Salamancas “Salamagica”
Einsortiert unter: Digitales Treibgut, Fotographisches Gedächtnis, Visuelle Fundstücke
Aus meiner direkten Umgebung ein abfotografiertes Geschäftsschild bei Nacht, dass mir gut gefallen hat und wegen seines eigentümlichen Witzes ausgewählt wurde.
(Anklicken für größere Version)
Weiters ein besonderer Liebling aus meiner Propagandasammlung, den ich den Wikimedia Commons nicht hoch genug anrechnen kann. “She may look clean – but” ist einer Reihe von Bilder zur Prävention von rasend schnell um sich greifenden Geschlechtskrankheiten in der Armee (was für eine Überraschung…) entnommen und ich habe irgendwann die These aufgestellt, dass es gleichzeitig ein äußerst gelunges Porträt der Ex-Frau des Zeichners ist. Bei sachdienlichen Hinweisen bitte melden, bei juristischen Anmerkungen: Quelle.
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